Das Korsett

Die frühesten Vorläufer der heutigen Korsetts stammen aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Diese ersten Korsetts, eher eine Art versteifte Mieder, formten aus dem Oberkörper einen Kegel mit flach gedrückter Brust. Um 1640 kam eine Korsett-Form auf, die – obwohl immer noch kegelförmig -- die Brust anhob. Dieser Schnitt wurde bis in die Zeit der Französischen Revolution beibehalten. Das Korsett wurde bis dahin als "steifes Mieder", "Leibstück", "Schnürleib" oder als "Schnürbrust" bezeichnet. Lange Zeit wurden die Stäbchen für das Korsett aus Fischbein gefertigt, während heute Edelstahl-, Stahlspiralen- oder Kunststoffstäbchen verwendet werden. Seit 1828 bzw. 1829 wurden die Korsetts mit metallenen Schnür-Ösen und der Vorderverschluss mit Haken und Ösen gefertigt. Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich schließlich das klassische Korsett, das den Körper in die berühmte Sanduhrform mit großer Ober- und Hüftweite und einer möglichst kleinen Taillenweite modellierte. In der Blütezeit des Dandys zwischen 1820 und 1850 wurde das Korsett auch zu einem wichtigen Modeaccessoire für Männer. Um 1900 kam mit dem S-Korsett eine neue Korsett-Form auf, die die Brust heraus- und den Bauch hineindrückte. Diese besonders ungesunde Korsett-Form, die den Körper der Frau in eine unnatürliche Haltung zwingt, wurde zehn Jahre später durch das Unterbrustkorsett abgelöst. In den 1920er Jahren befreiten sich die Frauen vom Korsettzwang. Seitdem feierte das – nunmehr aus elastischeren Materialien hergestellte -- Kleidungsstück zahllose Revivals. Madonna und Dita Von Teese sind berühmte Korsett-Trägerinnen. Das Korsett wird zu historischen Kostümen getragen und erfreut sich in der Rockabilly-, Gothic- und Fetisch-Szene, unter Pin-ups und im BDSM größter Beliebtheit.

Die Corsage

Die Corsage ist ein eng geschnürtes, schulterfreies Oberteil, das durch Kunststoffstäbchen verstärkt wird. Oft wird sie mit dem Korsett verwechselt, dem sie sehr ähnlich sieht. Im Unterschied zum Korsett formt die Corsage den Körper jedoch nicht. Corsagen gibt es in allen Farben, Stoffen und Mustern, schlicht oder reich verziert; mit angenähtem Rock gilt die Corsage als Cocktailkleid. Modelle mit Straps-Haltern sind als verführerisches Dessous gedacht. Grundsätzlich erlebt die Corsage die gleiche Entwicklung wie das Korsett: Sie wird zunehmend als Oberbekleidung zu Hose oder Rock getragen, gerne als elegante Abendkleidung.

Verführerisch und sexy: Dessous

Dessous Das Wort "Dessous" kommt aus dem Französischen und bedeutet "darunter". Heutzutage ist damit Unterwäsche aus edlen Materialien und raffinierten Schnitten gemeint, die die körperlichen Vorzüge herausstellt. Gerade bei Reizwäsche steht nicht die Funktionalität im Mittelpunkt, sondern sie soll vor allem als sexy oder erotisch anregend empfunden werden. Bis heute orientieren sich viele Schnitte an den Formen der frühen Dessous aus dem Frankreich des 19. Jahrhunderts. Häufig genutzte Materialien für verführerische, sexy Unterwäsche sind Seide, Samt, Spitze oder Satin. Unter den Begriff Dessous fallen insbesondere BH und Slip, aber auch Strümpfe und Strumpfhosen, Negligés und Babydolls sowie zahlreiche weitere erotische Accessoires. Auch das Korsett und die Corsage werden zu den Dessous gezählt.

Wunderbares Nylon

Bis heute üben Nylon-Strümpfe auf viele Menschen eine starke erotische Wirkung aus, für manche ist Nylon sogar ein Fetisch. Die ersten 4 Millionen Nylon-Strümpfe kamen am 15. Mai 1940 durch die amerikanische Firma DuPont in die Geschäfte und waren innerhalb von zwei Tagen ausverkauft. Der Legende nach im Krieg als Material für Fallschirme entwickelt, galt Nylon als reißfest, elastisch und schnell trocknend. Die legendären Naht-Nylons, die von 1945 bis 1955 den Markt bestimmten, waren aus der Not geboren: In den ersten Jahren der industriellen Massenfertigung war es den Maschinen nicht möglich, einen Strumpf ohne Naht zu stricken. Im Deutschland der Nachkriegsjahre werden Nylonstrümpfe auf dem Schwarzmarkt regelrecht zur Ersatzwährung. In den sechziger Jahren feiert mit dem Minirock die Nylon-Strumpfhose ihren Durchbruch. Nylon-Strümpfe werden typischerweise an den Strapsen, wie Strumpfhalter auch genannt werden, eines Hüftgürtel, eines Korsetts oder einer Corsage befestigt. Zudem gibt es halterlose, mit oder ohne Strumpfband versehende, Nylons. Ende der 70er Jahre wurden sexy Nylons infolge der Minirock-Mode mehr und mehr als Strumpfhose getragen. Bis heute hat Nylon nichts von seiner Faszination verloren. Unter Liebhabern werden Nylons gerne mit Korsetts, Corsagen und anderen Dessous kombiniert.

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