50er Jahre Spezial: Dessous zwischen Tanzschwung und verletzlicher Hülle

Die 50ties sind in, unverkennbar auf den Straßen, in den Clubs, auf den Laufstegen der Haute Couture, im Café und in der Dessous Welt. Petticoat, Lederjacke, Babydoll & Wespentaille; ein neues Lebensgefühl, dass der folgenden Generationen eine neue Erotik mit auf den Weg gab. Doch wer waren sie eigentlich, die wilden 50er und ihre Dessous, und was zeichnet sie aus? Zugeschnürt.de hat recherchiert und wirft einen Blick zurück auf die Neue Verführung. (PT)

Sexy Wäsche der 50er Jahre neu erleben

Marlon Brando, die Bardot, Marylin Monroe, James Dean & Elvis Presley – Stilikonen der 1950er Jahre. Sie und andere waren die Vorbilder einer neuen Generation Jugend, die nicht mehr so sein wollte wie ihre Eltern. Die sich in Schale und Dessous schmissen und ihrer Generation einen neuen jugendlichen Schliff gaben. Sie waren nicht die ersten damit, dennoch zeichnete ihre Zeit im Besonderen den Weg für eine neue Erotik & Desssous Leidenschaft, die bis heute grundlegend ist. Wen stellten sie nicht alles da, die Halbstarken, Teddy Boys & Tanzgirls? Ihre Charakteristika: jung, wild & sexy – einfach "lässig", wie man auch sagte.

Den lockeren Hüftschwung konnten sie per se, beide Geschlechter. Die einen lehnten am Motorrad und hingen an der Fluppe, die anderen schwangen den Rock auf der Tanzfläche, zusammen tanzten sie den Rock´n Roll & Rockabilly (mit dem "schmutzigen" Revoluzzer Slap im Contra Bass) oder cruisten durch die City im Cadillac auf dem Weg zum Tanzsaal oder 1. Date. Und was war das nicht für eine Zeit zwischen lässiger Posse & keuscher Verspieltheit, mit ersten Annährungen an das andere Geschlecht?

Was ist dran an den Dessous der 1950er?

Versuchen wir es einmal, über die Dessous: Es war zum Beispiel die Zeit, die dem Babydoll seinen Namen gab (man erinnere sich an Elia Kazan´s Baby Doll), dem Stück Wäsche, dass der Erotik der folgenden Generationen auf die Beine half in plüschigen Puffhöschen (als Pyjama Kombi) - irgendwo zwischen formvollendeter Erotik & den verbliebenen Polsterzönchen. Oder die Zeit der ersten nahtlosen Strümpfe, die 1955 auf den Markt kamen und unzählige Frauenbeine seitdem vollendet schmücken. Und gingen wir mal ganz in die Intimzone: die ersten eng anliegenden Schlüpfer ersetzen das Beinkleid – ein Lebensgefühl, das die erotische Lebensqualität auf ein neues Niveau hob. Und auch die Büstenhalter (Spitztüten & Push Ups) mit ihren eingearbeiteten Metallbügeln unterhalb der Körbchen (auch Stützbalconnets) trugen dafür Form. Aber auch hier, die Farben gebieren sich noch angepasst und im Verborgenen: Rosa Seide, lachsfarbenes Satin und Gelb für Höschen; Nude- und Hauttöne. Vor allem Schwarz bricht hier aus und wird zur koketten Ausdrucksfarbe. Dafür trugen Designs wie Blümchenmotive, Pepita- (Schwarz/Weiß) und Kirschenmuster, Schleifchen & Pailetten die Sehnsucht der jungen Generation an die Oberfläche und gaben der nachfolgenden Generation der 1960er Jahre ihr Gefühl der Erotik mit auf den Weg.

Was trägt man drüber?

Aber auch in der nach außen gestellten Mode gibt es unzählige Neuheiten: Die Jeans kommt nach Europa und ergänzt mit Lederjacke den "lässigen" Look der Halbstarken. Petticoats (auch Glockenrock) bringen mit der Guêpière (frz. guêpe, Wespe, Schnürmieder) die Silhouette des Jahrzehnts zur Vollendung, die Christian Dior 1947 mit dem "New Look" für die Frauen einführte  - es ist die bekannte „Blütenkelchlinie“. Er war es übrigens auch, der, dank der Verwendung neuer Materialien, erste elastische Korsetts auf den Markt brachte und das Tragegefühl für den klassischen Schnürmieder enorm verbesserte.

Ein Ausblick

Aber auch dies ist längst nicht alles, es gäbe noch mehr zu sagen. Etwa der Beginn neuer Modeeinflüsse aus der Straße heraus, aber auch der der großen Marken (Brandings); die beginnende Emanzipation der Frauen… etc. Aber diese Geschichte sei ein anderes Mal erzählt. Nur soviel zum Ende: Es ist 50ties Zeit, und wer schon längst darin lebt, dem sei vielleicht die ein oder andere Neuigkeit zu ihrem oder seinen Jahrzehnt mit auf den Weg gegeben, oder auch ein Stück swinging 50ties mit auf die Tanzfläche gebracht.

Viel Freude beim Shoppen!

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